Biosphärenpark Wienerwald

Bei einer ersten Präsentation und Diskussion des Projektes in Grub im Wienerwald nahmen Teil:

Mag. Günther Loiskandl
(Manager des Biosphärenparks Wienerwald)

Alois Lang
(Öffentlichkeitsarbeit Naturpark Neusiedlersee/Seewinkel)

Leopold Lechner
(Bauer und Vertreter der Bauernkammer)

Die Veranstaltung zeigte mit ca. 100 Besuchern aus der Gemeinde Wienerwald wie groß das Interesse an diesem Thema ist.

Der Abend wurde von Alt-Bürgermeister Leopold Schmölz moderiert.

Trotz der relativ langen Veranstaltungsdauer (19-ca. 22:30) verfolgte das Publikum die interessanten Beiträge:
  • Mag. Günther Loiskandl
    erklärte die Ziele und betonte, dass das Projekt nur in Abstimmung mit allen Interessensgruppen erfolgen wird.
    Es gibt bereits 411 funktionierende Biosphärenparks in 94 Ländern..
    Der Biosphärenpark Wienerwald soll über verschiedene Zonen u.a. Bereiche schaffen, in denen Bäume, Pflanzen, Insekten und Tiere ungestört leben können, Bereiche, in denen Bäume auch alt werden können und in Ruhe sterben können. Diese besonders geschützten Bereiche sind nicht "Besuchsverbotszonen", sondern sollen allen an der Natur Interessierten in Form von geführten Exkursionen erklärt werden.
    Diese Kernzonen werden ab 3% des Gebietes umfassen und Inseln im Biosphärenpark bilden. Diese verteilten Inseln sollen die Artenvielfalt unterstützen, da z.B. im Süden des Wienerwaldes andere Verhältnisse herrschen als im Norden. Für diese Kernzonen wird es für die Besitzer Nutzungsentschädigungen geben. Das Gebiet wird in langfristigen Verträgen dem Park gesichert. Es wird keine Enteignungen geben (ein Teilnehmer hatte gefragt), die Besitzer bleiben Besitzer.
    Das Projekt "Biosphärenpark Wienerwald" wird aber auch Probleme lösen müssen, die mit Zersiedlung, Verkehrsaufkommen und Ausflugsverkehr einhergehen.
    Das Projekt "Biosphärenpark Wienerwald" wird mehr eine auf viele Jahrzehnte anberaumte "Daueraktivität" sein als ein zeiträumig begrenzten Projekt (von ein paar Jahren).
     
  • Alois Lang
    stellte das funktionierende Naturschutzprojekt um den Neusiedlersee vor.
    Es haben sich viele Chancen für die Betriebe und die Bevölkerung ergeben. Nach der bisherigen Erfahrung wird dem "Übernachtungsgast" vor dem "Tagesausflügler" der Vorrang gegeben. Die Wertschöpfung bei Übernachtungen in der Region ist einfach größer und es wird das Verkehrsaufkommen durch den Tagesauflügler vermieden. Diese Zielsetzung wird z.B. durch die Einführung einer "Neusiedler See Card" erreicht, die Gäste schon ab der ersten Übernachtung mit Vorteilen begünstigt.
     
  • Leopold Lechner
    legte seine Sicht dar und kritisierte scharf das Vorgehen bei "Natura 2000"-Projekten.
     
  • Diskussion:
    In einer angeregten Diskussion wurden viele Fragen gestellt. Dabei wurden bereits bestehende Konfliktpunkte zwischen verschiedenen Interessensgruppen transparent (z.B. Wanderer/Reiter, zu viele Pferde in der Region, andererseits Pferde als Wirtschaftsfaktor u.s.w.), meist jedoch Punkte, die weder durch das Projekt "Biosphärenpark" beseitigt noch geschafften werden.
     
  • Zusammenfassung:
    Der Abend zeigte sehr gut, wie auf einer modernen Basis der Abstimmung unter allen Beteiligten eine für Mensch und Natur gewinnbringende Lösung geschaffen werden kann und hat zum Verständnis der Materie beigetragen und eventuelle Ängste, die durch eine Unkenntnis des Vorhabens entstanden sind, bereinigt.
    Mehr zu diesem Thema ist auf unserer aktuellen Link-Seite zu finden.

Bilder von der Veranstaltung:

VAZ Grub Magl. Günther Loiskandl
Alois Lang
Leopold Lechner
Planungsgebiet Geplante Kernzonen

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